FDP fordert: Familienpolitik endlich zur kommunalen „Chefsache“ machen
Saarbrücken, 03.11.2010 – Der Fortschritt des Regionalverbandes hängt von der Wirtschaftsfähigkeit und der Standortattraktivität ab, so eines der Ergebnisse der Brennpunktveranstaltung der FDP-Fraktion in der Regionalversammlung am vergangenen Sonntag. Rund 50 Gäste, darunter u.a. der Minister für Wirtschaft und Wissenschaft des Saarlandes, erwarteten Impulse zum Thema „Familienpolitik- die verkannte Chance?“!
Ein illustres Podium aus Verwaltung, Kommune, Ministerien, Interessensverbänden und Wirtschaft diskutierte parteiübergreifend rund 90 Minuten das spannende Themenfeld mit seinen vielen Facetten. Schon 1994 wagte sich beispielsweise der Oberbürgermeister der Kreisstadt Merzig, das Thema „Familien- und Kinderfreundlichkeit“ zum kommunalen Leitbild auszuwählen und sei damit bis dato gut gefahren, so Dr. Lauer. Auch der ehemalige Wirtschaftsminister, langjährige Oberbürgermeister und Vorsitzende des Städtetages, Hajo Hoffmann, führte aus, dass die Politik dieses so wichtige Thema „verschlafen“ habe. Jetzt, wo man die Auswirkungen des demographischen Wandels mit Geburtenrückgang und Fachkräftemangel bereits spüren könne, sei man eigentlich schon zu spät.
Der Regionalverband müsse sich vor allem dem wichtigen Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf widmen; die Qualität der Kinderbetreuung solle dabei keinesfalls leiden. Die Firmen müssen weiter aufrüsten, was kinderfreundliche Personalpolitik angehe, will man dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Da waren sich allen voran der Geschäftsführer der VSU, Martin Schlechter und Frau Knerr von der Servicestelle Leben und Arbeiten im Saarland einig.
Die Moderatorin Nathalie Zimmer führte eindrucksvoll aus, dass der Regionalverband, bis 2020 einen Fachkräfterückgang von rund 5%, das sind rund 15.000 Menschen weniger, zu erwarten habe. Angesichts dieser Entwicklung ist es umso wichtiger, dass die Politik den bereits jetzt erkennbaren Fehlentwicklungen und Engpässen zukunftsweisend entgegenwirkt und sich intensiv um die Familien und Kinder als „soziales und wirtschaftliches“ Kapital kümmert. Die Landkreise, Städte und Gemeinden selbst sind es, die umfassende Unterstützungsstrukturen aufbauen müssen, um die Rahmenbedingungen im unmittelbaren Lebensumfeld für die Familien so attraktiv wie möglich zu gestalten.
Dies funktioniere nur, da waren sich alle einig, mit einem ganzheitlichen, integrierten und individuell angepassten Ansatz, denn so unterschiedlich die gesellschaftlichen Entwicklungen sind, so unterschiedlich sind auch die Probleme von Familien.
“Wir brauchen endlich eine Politik, die Familienpolitik „zur Chefsache“ macht, so Nathalie Zimmer, stellvertretende Fraktionsvorsitzende. “Der Regionalverband selbst kann und muss dafür Sorge tragen, dass Familienpolitik im Leitbild gewürdigt und implementiert wird, damit sie nicht zum Strohfeuer mutiert, denn es ist 5 vor zwölf.“, so Zimmer abschließend.